Prinzenproklamation

Prinz Mario macht sprachlos

Münster hat einen neuen Karnevalsprinzen: Nach einem Jahr Corona-Pause ist Prinz Mario I. (Engbers) am Samstagnachmittag auf dem Prinzipalmarkt proklamiert worden.

Der neue Prinz hat alles richtig gemacht. Er ist sogar zu Fuß mit seinen Bösen Geistern und der Prinzengarde auf den Prinzipalmarkt gekommen, was alle Befürworter der autofreien Altstadt jauchzen lässt. Das beige-rote Ornat steht ihm gut, die prinzliche Kappe noch besser. Rundherum ein fescher Prinz, nur leider krächzt er wie ein Rabe.

Was ist passiert? Bereits am Tag drei der neuen Karnevalssession hat „Super Mario“ (Engbers) kaum noch Stimme. Frühere Prinzen waren, wenn sie in der Fünften Jahreszeit viel geredet, gesungen und gelacht hatten, nach Rosenmontag heiser.

Gut gefüllter Prinzipalmarkt

Prinz Mario räumte bereits bei seiner Proklamation am Samstagnachmittag auf dem Prinzipalmarkt ein: „Meine Stimme hat etwas gelitten.“ Keine Frage mehr, ob der Prinz vom 11. bis 13. 11. gut in die Session gestartet ist. „Wir haben eine bisschen Vollgas gegeben, mit dem Resultat, dass ich keine Stimme mehr habe“, bekannte Mario I. Der neue Prinz macht sprachlos.

Doch mit festem Blick auf St. Lamberti und bevor er voller Inbrunst seine Lieder sang, betonte er: „Ich freu mich wahnsinnig, hier zu stehen.“ Der Chef der Prinzengarde, Generalprinzmarschall Paul Middendorf, überreichte dem neuen Prinzen nach einem Jahr Corona-Abstinenz vor Hunderten Besuchern und Abordnungen der münsterischen Karnevalsgesellschaften auf dem gut gefüllten Prinzipalmarkt die Insignien der Macht, vor allem das über 100 Jahre alte Prinzenzepter. „Wir freuen uns, mit dir eine geile Session zu erleben“, rief der Geprima dem Prinzen zu.

Bürgermeisterin Angela Stähler bat „den lieben Prinzen, auf die Knie zu gehen. Sonst komm ich nicht an Dich heran“. In Vertretung von Oberbürgermeister Lewe und im Beisein des Präsidenten des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval (BMK), Dr. Helge Nieswandt, hängte sie Mario I. die Bürgerausschusskette um. „Ich bin ein bisschen aufgeregt, Du wahrscheinlich auch“, sagte sie zum Prinzen. „Du bist ja auch das erste Mal hier.“ Stähler rief alle Karnevalisten dazu auf, die Session „mit Abstand zu feiern“.

Münsters Inzidenz lag am Samstag bei 111. „Hoffentlich ist das ein gutes Omen“, sagte Middendorf. Auf der großen Bühne stimmten „Eppi“ Ebbing, das Freudenthaler Tanzcorps, die Aaseenixen sowie Susanne Berges und Klaus Gerdes auf die Fünfte Jahreszeit ein.

Braten gerochen

Das von der Bürgermeisterin ebenfalls proklamierte Jugendprinzenpaar, Sophia-Marie I. (Bublak) und Luca I. (Kaiser), wollte die Abwesenheit von OB Lewe nutzen und gleich an Ort und Stelle die Macht übernehmen. „Frau Stähler, würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn Sie den Schlüssel eben holen“, sagte Prinz Luca, der ebenso charmant und gerissen scheint, wie sein Opa Rolf Jungenblut, früherer BMK-Präsident und Münsters Stadtprinz vor 25 Jahren.

Doch Stähler roch den Braten. „Ich bin keine Närrin, aber ich kenne die Spielregeln“, bremste sie. Ernster wird es am Tag vor Rosenmontag, wenn das Rathaus, so wie es die Tradition verlangt, gestürmt werden will. Für das Rededuell mit OB Lewe wird Prinz Mario allerdings noch intensiv seine Stimme ölen müssen.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Ralf Repöhler

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