Rosenmontagsumzug 16.02.2015

 

Schunkeln in der ersten Reihe

Das närrische Fußvolk ist gut unterwegs, wenn der Zug rollt. Vor allem bei dem tollen Wetter trafen sich viele Grüppchen an ihren Stammplätzen. Karnevalprofis reisten sogar aus dem Sauerland und aus Dortmund nach Münster, um den Zug zu erleben.

Normalerweise backt Sebastian Seemann kleine Brötchen, aber beim Rosenmontagszug stolziert der Drei-Meter-Seemann mit Anna Oestreich auf Stelzen vorneweg. „Für uns ist das wie ein Marathon“, sagt seine Kollegin.

Da hat es der Freundeskreis um Anita Langhorst aus Nienberge einfacher. Er wird gefahren. Die Crew besteigt den „Münster-Engländer“. Der rote Oldtimer ist proppenvoll. „46 und zwei Sonderplätze“, sagt Paul McCartney alias Anita Langhorst. Zwei Plätze hat die Truppe extra für „Herzenswünsche“ und damit für die 13-jährige schwerkranke Donjeta und deren Mutter reserviert. Die Beatles, Sherlock Holmes und Mr. Bean sitzen im knallroten Doppeldecker mit 250 PS, den Daniel Niehoff über die Straßen schaukelt, wenn in der oberen Etage bei offenem Dach geschunkelt wird.

Während sich der Zug formiert, nimmt das Fußvolk seine Stammplätze ein. Die bärige Familie Schulz stürzt sich ins Getümmel. Richtig in Stimmung ist die Nachbarschaft „Koertendiek“ aus Roxel, die Mettendchen, Frikadellen, Käse und Flüssiges im Gepäck hat. Jedes Jahr feiert die Runde Karneval, jedes Jahr wird auch ein eigener Prinz gewählt.

Extra aus dem Sauerland reist Hildegund Loof Jahr für Jahr mit Familie zum Rosenmontagszug nach Münster. Es geht einfach nicht ohne.

Echt ist die Uniform von Rudolf Hein, der gemeinsam mit Dieter Sommer und den beiden Knallern des Kfd-Karnevals von St. Gottfried, Anne von Poblotzki und Marianne Eßmann, die Stellung an der Schlaunstraße hält. Jahrelang, sagt Hein, sei er zum Karneval nach Köln gefahren und habe dort in der 15. Reihe gestanden. Jetzt mischt er in Münster ganz vorne mit. „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“, freut sich Anne von Poblotzki.

Viele Grüppchen wie Silke Droste, Martina Berau und Marion Lippmann treffen sich am Zug. Vier Martinikerlkes kommen extra aus Losser, um in einer Pinte mit Freund Tiger zu feiern. Nebenan in den Köpi-Stuben geht der Betrieb langsam los. Karneval, sagt Wirt Bübi Wulff, sei aber nicht so anstrengend wie die Weihnachtszeit. Unterdessen warten zwei Dortmunder auf die Enkel. Nicole Iske und Frank Berwing waren am Sonntag mit der Rasselbande in Köln-Frechen, am Montag lockt die Profis Münster.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Gabriele Hillmoth

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