Rosenmontag-2019

Pech für Losser – Prinz Leo im Glück

Originelle und vor allem lokale Themen waren im Rosenmontagszug dünn gesät. Allerdings gab es einige kreative Wagenbau-Ergebnisse. Die Holländer hatten etwas Pech, Teile ihre Wagen wurden auf der Anfahrt von Losser durch Windböen und Hagelschauer beschädigt.

Der Rosenmontag beginnt schlecht für Simon Bakker aus Losser. Auf dem Weg nach Münster macht sich sein Motivwagen „Ente gut, alles gut“ im stürmischen Hagelschauer bei Ochtrup selbstständig, der Schnabelkopf aus Pappe kullert über die B 54 und hätte beinahe ein Auto getroffen.

Um 11 Uhr ist er einer der ersten Niederländer, der die böige Fahrt zum Aufstellort Schlossplatz geschafft hat. Die gute Laune hat er trotz des Materialschadens nicht verloren. „Wir sind heil hier, die Sicherheit ist am wichtigsten“, meint der Wagenbauer von den Grösmeeierkes. Pünktlich zum Spätstart um 14.11 Uhr sind die letzten Regenschauer abgezogen.

Erste Sonnenstrahlen

Die Marching Band Tamarco setzt sich vor dem Kommandowagen des Bürgerausschusses in Bewegung, und tatsächlich kommen die ersten Sonnenstrahlen raus. Auch die Böen sind längst nicht mehr so kräftig. Am Morgen waren es noch bis zu 88 km/h, jetzt am Mittag liegt der Spitzenwert zum Glück nur noch bei 55 km/h. „Alles richtig gemacht“, resümiert Zugkommandant Lothar Hitziger. 

„Alles richtig gemacht“ gilt auch für einige kreativ gestaltete Wagen. Die Obergeister präsentieren eine Gelbwesten-Bewegung für 365 Tage Karneval in Münster, Die Freudenthal-Kadetten setzen sich satirisch mit den Millionen-Zuwendungen für den Zoo auseinander, und bei den Schweine-Schinken-Schützen schippert eine Gondel wegen des Klimawandels schon durch Münster als neues „Venedig des Nordens“.

Klassische Lokalthemen bleiben außen vor

Die Schwarz-Weißen beklagen das Bienensterben, und bei den Schlossgeistern entdeckt man eine Weltraumrakete mit Problemen in der Umweltzone All: „Jede Wette, Alex-Rakete hat keine Plakette!“ Auch der Fahrbare Knast der „Spontanos“ zum geplanten Gefängnis-Neubau in Wolbeck ist ansehnlich. Trotzdem bleiben klassische Lokalthemen wie Preußenstadion, Tempo 30 und Aasee-Fischsterben außen vor.

Wegen des späteren Starts drücken die Narren im Zug aufs Tempo, um noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder am Schlossplatz sein zu können. Zwischenstopps gibt es kaum, es läuft auch wegen der überschaubaren Zuschauerzahlen flüssiger als sonst. „Der Zug war eine Stunde schneller unterwegs als in den Vorjahren“, so Hitziger.

Und Prinz Leo ist noch vor Sonnenuntergang um 17.30 Uhr auf dem Prinzipalmarkt, wo ihm das Volk zujubelt. 

Quelle: Westfälische Nachrichten, Helmut P. Etzkorn

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